Nachhaltig campen: Tipps für weniger Müll unterwegs
- Sonja Schütze
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aus ihrem Buch „Green Camping“ teilt Fräulein Öko alltagstaugliche Tipps für umweltfreundliches Reisen mit Zelt, Van oder Wohnmobil. Holt euch alle Tipps hier in ihren Gastartikel:
Beim Camping ist man mitten in der Natur, kann sich entspannen, dem
Alltagsstress entfliehen und sich erholen. Für die Natur sind Camper aber leider
nicht immer eine Freude. Gerade beim Wildcampen kommt es immer wieder zu
Umweltverschmutzung.
Das muss nicht mal unbedingt mit Absicht passieren, führt bei einem gut
frequentierten Platz aber dennoch dazu, dass dieser immer mehr vermüllt. Jede*r
Campingbegeisterte kann hier ihren Teil beitragen, um die Natur zu schonen,
Ressourcen einzusparen und die Plätze sauber zu halten. Das ist gar nicht
kompliziert, macht sogar Spaß und spart auf Dauer auch noch Geld.
Um auf Reisen Müll zu vermeiden, kannst du schon einige Essentials von zu Hause
mitnehmen. Je nachdem wo du hinfährst, gibt es dort eventuell nicht so eine große
Auswahl an nachhaltigen Produkten wie mittlerweile in Deutschland. Die
einfachsten Möglichkeiten, besonders Plastikverpackungen zu umgehen, habe ich
dir hier mal aufgelistet:
• zwei Stück Seife statt flüssiger Handseife und Duschgel
• festes Shampoo und feste Rasierseife statt Schaum oder Gel
• waschbare Abschminkpads statt Einweg-Wattepads
• Holzzahnbürste und Zahnpasta in Tablettenform zum Kauen statt in der
Tube
• Rasierhobel statt Plastikrasierer
• eigenen Beutel zum Einkaufen mitnehmen
• Wachstücher statt Frischhaltefolie
• wiederverwendbare Trinkflasche (mit Filter) statt Plastikflaschen
• waschbare/ wiederverwendbare Periodenprodukte statt Einweg
Für die Körperhygiene und -pflege kann ich dir generell Naturkosmetik sehr ans
Herz legen. In zertifizierter Naturkosmetik sind Inhaltsstoffe wie Silikone, Parabene
und schädliche Konservierungsstoffe verboten. Die Produkte sind daher nicht nur
schonender für deine Haut, sondern auch umweltfreundlicher.
Außerdem kannst du einen Wasserfilter in dein Campingfahrzeug bauen bzw. einen
mitnehmen, um überall Leitungswasser trinken zu können. Das spart sehr viele
Einweg-Plastikflaschen und außerdem viel Geld und Schlepperei.
Chemiefreie Trenntoilette
Auch mit der Wahl deiner Campingtoilette lässt sich viel giftiger Abfall vermeiden.
Normalerweise werden in Campern und Wohnmobilen Kassettentoiletten verbaut,
bei denen alle Fäkalien in einem Tank landen und mithilfe von Chemikalien
verflüssigt werden. Dafür braucht es immer eine spezielle Entsorgungsstation, die
du häufig nur auf Campingplätzen findest.
Das führt zu Problemen, gerade bei Menschen die viel abseits von klassischen
Campingplätzen unterwegs sind. Ich musste leider auch schon beobachten, wie
Menschen ihre Toilette in der Natur ausgekippt haben. Das ist natürlich ein totales
No-Go!
Daher empfehle ich dir unbedingt auf eine Trockentrenntoilette zu setzen. Hier
werden Urin und Kot separat aufgefangen, wodurch die Geruchsbildung extrem
minimiert wird. Als Hilfsmittel braucht es nur Sägespäne oder Kleintierstreu. Urin
kann in jeder Toilette runtergespült werden und die gesammelten Feststoffe kannst
du einfach im Restmüll entsorgen.

Unverpackt und regional einkaufen
Unterwegs hat man ja meist mehr Zeit als im Alltag und kann sich aussuchen, wo
und wann man einkauft. Du findest bestimmt heraus, wann der nächste
Wochenmarkt stattfindet oder findest die lokale Markthalle. Dort kannst du mit
deinen eigenen Taschen einkaufen und auch kleine Beutelchen bzw. Netze
mitnehmen, um die vielen kleinen Plastikbeutel für Obst und Gemüse zu
vermeiden. Teilweise funktioniert das auch im Supermarkt, aber hier sind meist
mehr Produkte schon eingepackt oder eingeschweißt.
In Großstädten gibt es manchmal auch Unverpacktläden, hier kannst du Nudeln,
Reis, Müsli und andere Trockenwaren unverpackt kaufen.
Kleine Anpassungen in der Campingküche
In deiner Campingküche kannst du auch Müll vermeiden, indem du
wiederverwendbare Kaffeefliter oder eine French-Press aus Edelstahl verwendest.

Für Tee eignet sich ein Teesieb oder Tee-Ei, dann kannst du Tee lose kaufen und
brauchst keine Beutel. Statt Alu- oder Frischhaltefolie kannst du deine
Lebensmittel direkt in wiederverwendbare Lunchboxen packen oder in
Bienenwachstücher oder vegane Wachstücher wickeln. Im Urlaub wird ja auch gern mal gegrillt, wenn du hier öfter Spieße verwendest, kauf dir doch mal welche aus Edelstahl. Die kannst du immer wieder verwenden und sparst auf Dauer auch noch Geld damit.
Falls du rauchst, denk bitte unbedingt daran die Zigarettenstummel im Mülleimer
zu entsorgen. Viele Menschen wissen nicht, dass sich in den Filtern Plastik
befindet und sie nicht einfach verrotten. Da es nicht unb
edingt überall Mülleimer
gibt, empfehle ich dir einen Reiseaschenbecher, den du einfach im Rucksack oder
deiner Hosentasche mitnehmen kannst.
Fazit und ein Tipp zum Schluss zum Campen mit weniger Müll
Am Ende kann natürlich niemand Müll zu 100% vermeiden, daher wirst auch du
den ein oder anderen Müllsack brauchen. Hier kann ich dir auch einen
wiederverwendbaren Müllsack empfehlen, den du einfach auskippen und
anschließend auswaschen oder in die Waschmaschine stecken kannst.
Mehr Infos zu umweltfreundlicher Campingausrüstung, Kleidung, Körperpflege
sowie Tipps, Tricks und Rezepte findest du in meinem Buch „Green Camping“.
Vielen Dank an Svenja aka Fräulein Öko, für deinen tollen Gastartikel in unserem Blog!
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