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Nachhaltig campen: Tipps für weniger Müll unterwegs

Aus ihrem Buch „Green Camping“ teilt Fräulein Öko alltagstaugliche Tipps für umweltfreundliches Reisen mit Zelt, Van oder Wohnmobil. Holt euch alle Tipps hier in ihren Gastartikel:


Beim Camping ist man mitten in der Natur, kann sich entspannen, dem

Alltagsstress entfliehen und sich erholen. Für die Natur sind Camper aber leider

nicht immer eine Freude. Gerade beim Wildcampen kommt es immer wieder zu

Umweltverschmutzung.

Das muss nicht mal unbedingt mit Absicht passieren, führt bei einem gut

frequentierten Platz aber dennoch dazu, dass dieser immer mehr vermüllt. Jede*r

Campingbegeisterte kann hier ihren Teil beitragen, um die Natur zu schonen,

Ressourcen einzusparen und die Plätze sauber zu halten. Das ist gar nicht

kompliziert, macht sogar Spaß und spart auf Dauer auch noch Geld.


Um auf Reisen Müll zu vermeiden, kannst du schon einige Essentials von zu Hause

mitnehmen. Je nachdem wo du hinfährst, gibt es dort eventuell nicht so eine große

Auswahl an nachhaltigen Produkten wie mittlerweile in Deutschland. Die

einfachsten Möglichkeiten, besonders Plastikverpackungen zu umgehen, habe ich

dir hier mal aufgelistet:

• zwei Stück Seife statt flüssiger Handseife und Duschgel

• festes Shampoo und feste Rasierseife statt Schaum oder Gel

• waschbare Abschminkpads statt Einweg-Wattepads

• Holzzahnbürste und Zahnpasta in Tablettenform zum Kauen statt in der

Tube

• Rasierhobel statt Plastikrasierer

• eigenen Beutel zum Einkaufen mitnehmen

• Wachstücher statt Frischhaltefolie

• wiederverwendbare Trinkflasche (mit Filter) statt Plastikflaschen

• waschbare/ wiederverwendbare Periodenprodukte statt Einweg



Für die Körperhygiene und -pflege kann ich dir generell Naturkosmetik sehr ans

Herz legen. In zertifizierter Naturkosmetik sind Inhaltsstoffe wie Silikone, Parabene

und schädliche Konservierungsstoffe verboten. Die Produkte sind daher nicht nur

schonender für deine Haut, sondern auch umweltfreundlicher.

Außerdem kannst du einen Wasserfilter in dein Campingfahrzeug bauen bzw. einen

mitnehmen, um überall Leitungswasser trinken zu können. Das spart sehr viele

Einweg-Plastikflaschen und außerdem viel Geld und Schlepperei.


Chemiefreie Trenntoilette

Auch mit der Wahl deiner Campingtoilette lässt sich viel giftiger Abfall vermeiden.

Normalerweise werden in Campern und Wohnmobilen Kassettentoiletten verbaut,

bei denen alle Fäkalien in einem Tank landen und mithilfe von Chemikalien

verflüssigt werden. Dafür braucht es immer eine spezielle Entsorgungsstation, die

du häufig nur auf Campingplätzen findest.

Das führt zu Problemen, gerade bei Menschen die viel abseits von klassischen

Campingplätzen unterwegs sind. Ich musste leider auch schon beobachten, wie

Menschen ihre Toilette in der Natur ausgekippt haben. Das ist natürlich ein totales

No-Go!

Daher empfehle ich dir unbedingt auf eine Trockentrenntoilette zu setzen. Hier

werden Urin und Kot separat aufgefangen, wodurch die Geruchsbildung extrem

minimiert wird. Als Hilfsmittel braucht es nur Sägespäne oder Kleintierstreu. Urin

kann in jeder Toilette runtergespült werden und die gesammelten Feststoffe kannst

du einfach im Restmüll entsorgen.



Unverpackt und regional einkaufen

Unterwegs hat man ja meist mehr Zeit als im Alltag und kann sich aussuchen, wo

und wann man einkauft. Du findest bestimmt heraus, wann der nächste

Wochenmarkt stattfindet oder findest die lokale Markthalle. Dort kannst du mit

deinen eigenen Taschen einkaufen und auch kleine Beutelchen bzw. Netze

mitnehmen, um die vielen kleinen Plastikbeutel für Obst und Gemüse zu

vermeiden. Teilweise funktioniert das auch im Supermarkt, aber hier sind meist

mehr Produkte schon eingepackt oder eingeschweißt.

In Großstädten gibt es manchmal auch Unverpacktläden, hier kannst du Nudeln,

Reis, Müsli und andere Trockenwaren unverpackt kaufen.


Kleine Anpassungen in der Campingküche

In deiner Campingküche kannst du auch Müll vermeiden, indem du

wiederverwendbare Kaffeefliter oder eine French-Press aus Edelstahl verwendest.

Für Tee eignet sich ein Teesieb oder Tee-Ei, dann kannst du Tee lose kaufen und

brauchst keine Beutel. Statt Alu- oder Frischhaltefolie kannst du deine

Lebensmittel direkt in wiederverwendbare Lunchboxen packen oder in

Bienenwachstücher oder vegane Wachstücher wickeln. Im Urlaub wird ja auch gern mal gegrillt, wenn du hier öfter Spieße verwendest, kauf dir doch mal welche aus Edelstahl. Die kannst du immer wieder verwenden und sparst auf Dauer auch noch Geld damit.


Falls du rauchst, denk bitte unbedingt daran die Zigarettenstummel im Mülleimer

zu entsorgen. Viele Menschen wissen nicht, dass sich in den Filtern Plastik

befindet und sie nicht einfach verrotten. Da es nicht unb

edingt überall Mülleimer

gibt, empfehle ich dir einen Reiseaschenbecher, den du einfach im Rucksack oder

deiner Hosentasche mitnehmen kannst.


Fazit und ein Tipp zum Schluss zum Campen mit weniger Müll

Am Ende kann natürlich niemand Müll zu 100% vermeiden, daher wirst auch du

den ein oder anderen Müllsack brauchen. Hier kann ich dir auch einen

wiederverwendbaren Müllsack empfehlen, den du einfach auskippen und

anschließend auswaschen oder in die Waschmaschine stecken kannst.

Mehr Infos zu umweltfreundlicher Campingausrüstung, Kleidung, Körperpflege

sowie Tipps, Tricks und Rezepte findest du in meinem Buch „Green Camping“.


Vielen Dank an Svenja aka Fräulein Öko, für deinen tollen Gastartikel in unserem Blog!

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